Zahnärzte, Phobien und der Abschied von Quecksilber

Zahnärzte sind ja für viele Menschen so ein Thema, so auch für mich. Obwohl die bessere Formulierung wäre, dass Zahnärzte in der Vergangenheit eigentlich nie ein Thema für mich waren, da ich einen großen Bogen um diese Berufsgruppe gemacht habe.

Bisher hatte ich auch immer Glück und war nie auf die Männer und Frauen mit den bösen Gerätschaften angewiesen. Zahnschmerzen, was ist das? Kenne ich nicht. Bei meinem letzten Zahnarztbesuch vor rund 10 Jahren wurde eine Zahnreinigung durchgeführt, mehr war nicht nötig.

An den Zahnarztbesuch davor kann ich mich schon gar nicht mehr erinnern, so lange liegt der zurück, allerdings habe ich von diesem Besuch ein Andenken mit Nachhause bekommen – eine Amalgamfüllung!

Diese habe ich nun, seitdem ich denken kann, auch wenn man weiß, dass Amalgam nicht so das Wahre ist, an ein Entfernen war für mich nie zu denken.

Am Mittwoch befand ich mich mal wieder beim Zahnarzt, eigentlich wollte ich nur den abgebrochenen Zahn meines Juniors flicken lassen (der wenn es so weiter geht bestimmt bald ne Zahnzusatzversicherung für Kinder braucht), doch wenn man schon mal da ist, nun dann kann man ja auch mal schnell gucken lassen was so ansteht…

Unten links, oben rechts, oben links und unten rechts müsste man mal an die hinteren Backenzähne ran. Ran hieße in diesen Fällen bohren, Füllungen und auf nimmer Wiedersehen Amalgamfüllung.

Damit ich das Ganze nicht auf die lange Bank schiebe, wäre typisch für mich, da meine Angst vor den ganzen bösen Gerätschaften größer ist als meine Vernunft und das Wissen, das Ganze so schnell wie möglich anzugehen, damit es nicht noch schlimmer wird, nagelte der Arzt mich spontan auf den Stuhl und begann mal ganz cool mit unten links – mit meiner Freundin namens Amalgam.

Spritzen benötigte ich zwei, da die erste Betäubung nicht wirkte. Eine Vollnarkose wäre mir in dem Moment lieber gewesen…

Aber alles halb so wild, eine geschätzte halbe Stunde später durfte ich die ersten beiden reparierten Zähne bewundern. Irgendwie hatte ich mir das alles viel schlimmer vorgestellt. Schlimmer hatte ich mir auch die Kosten der Zuzahlung vorgestellt, aber mit total 160 Euro wenn dann mal alles fertig ist, da kann man nicht meckern.

160 Eur0 Zahnarztkosten also in knapp 30 Jahren, ich glaube es gibt Menschen, die haben da bereits mehr ausgegeben. Fest steht für mich nun definitiv, egal wie günstig eine Zahnzusatzversicherung im Vergleich auch wäre, dass es sich für mich nicht lohnen wird, vor allem wenn man bedenkt, dass der Zahnarzt meinte, dies wären sehr wahrscheinlich auch die letzten Zuzahlungen in den nächsten 30 Jahren, wenn ich meine Zahnpflege so weiter führe und zusätzlich ein bis zwei Mal pro Jahr zur Zahnreinigung gehe.

Das hört sich doch gut an, oder? Und irgendwie, ich weiß zwar nicht wie er es genau gemacht hat, aber meine Phobie bezüglich Zahnärzte ist nicht mehr ganz so groß wie vor diesem Besuch.

Ein Gedanke zu “Zahnärzte, Phobien und der Abschied von Quecksilber

  1. Hört sich doch gut an, dass du keine Zusatzversicherung brauchst. Würde mir aber doch mal Gedanken machen ob es eventuell doch sinnvoll ist eine Zusatzversicherung abzuschliessen, denn die Krankenkasse wird in Zukunft nicht alles bezahlen.

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